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Archive for Februar 2012

Die Schweden nennen ihn „Sik“ und er schmeckt einfach wunderbar. Deswegen kläre ich auf: „Sik“ heißt in Deutschland Felchen, Renken, Gangfisch, Schnäpel, Marenke oder Maräne. Ganz schlaue nennen ihn beim lateinischen Namen „Coregonus“.  Die Art gehört zu den Süßwasserfischen. Der Sik ist verwandt mit den Forellen, den Salmoniden, was man an der Fettflosse auf ihrem Rücken gut erkennen kann. Übersetzt: Sie gehören zur Lachsfamilie. Aha!

Ein Eimer voll Fisch

Frisch gefangener Sik

Wenn Markus die Felchen räuchert, dann freue ich mich stundenrund auf den Zeitpunkt, an dem er auf den Tisch kommt und wir ihn uns noch warm zu Gemüte führen. Lecker! Denn so steht es überall geschrieben: Felchen zeichnen sich durch ihr helles, festes, wohlschmeckendes Fleisch aus. Sie haben wenig Gräten. Felchen eignen sich gut zum Braten, Grillen oder Räuchern. Das Fleisch eines Felchen ist zart und geschmacksintensiv. Stimmt genau!

Sik hängt nach dem Putzen zum Abtrocknen am Haken.

Vor dem Räuchern wird der Sik in Salzlake eingelegt, danach gewaschen und zum Abtropfen aufgehängt.

Ein leckeres Rezept:

Ist die Felche geräuchert, aber wieder erkaltet, legt man sie am besten kurz in die Mikrowelle. Dann kommt der feine Rauchgeschmack wieder hervor und man kann meinen, die Dinger kommen eben aus dem Räucherofen. Dazu gibt es ofenfrisches Baguette, Preiselbeersahne oder Meerrettichsahne. Als Getränk trockenen Weißwein oder ein gepflegtes Bier. Mhmmm!

Sik

Fertig geräucherter Sik

Und so löst man am besten die Gräten vor dem Verzehr:


Verkauf

Wer Appetit bekommen hat, kann Felchen bei uns bestellen. Entweder verkaufen wir ihn direkt ab Hof oder wir schweißen die frisch geräucherten Fische in Folie ein. Ich bringe sie dann nach Deutschland mit, wenn ich sowieso wieder zurückkomme (um zu arbeiten).
Der Preis: 2,20 Euro/100 Gramm plus gegebenenfalls Porto.


Vorkommen

Felchen kommen in ganz Mittel– und Nordeuropa vor, bis hinauf nach Sibirien und zur Arktischen Küste. Ebenso findet man sie im gesamten Norden von Nordamerika. In Deutschland findet man sie im Bodensee, einigen Voralpenseen, aber auch in norddeutschen Seen wie dem Ratzeburger See, dem Schaalsee und dem Schweriner See. Aber das Wichtigste ist: Vor allem bei uns im See Skagern. Und wie!

Felchen bevorzugen kühle, saubere, sauerstoffreiche, tiefe Gewässer mit guter Wasserqualität. Das spricht für den Skagern.:-)

Aussehen

Es gibt zahlreiche, oft nur lokal vorkommende Felchenarten, die selbst Fachleute nur schwer unterscheiden können. Sie haben einen schlanken, silberglänzenden Körper. Zwischen Rücken- und Schwanzflosse haben Felchen eine strahlenlose tief eingeschnittene Fettflosse. Je nach Art werde sie bis zu 70 cm lang. Bei uns sind sie im Mittel ca. 35 cm lang. Sie können ein Gewicht von bis zu 10 kg erreichen – ähm, das habe ich hier allerdings noch nie gesehen! Bei uns wiegen sie etwa 500 Gramm pro Fisch, würde ich schätzen.

Lebensraum

Die Felchen waren einst nordische Fische. Sie sind mit der großen Schmelze Ende der letzten Eiszeit vom Norden her bis zu den Alpen gelangt. Gegen Süden stellten sich ihnen die Alpen als unüberwindliches Hindernis entgegen. Beim Zurückgehen des Eises blieben große Seenbecken übrig. Diese mit Süsswasser gefüllten Seenbecken bildeten den ursprünglichen Lebensraum der Felchen. Die Tiefe ist meist 30 Meter und mehr. Der Skagern hat eine mittlere Tiefe von 26,8 Meter, an der tiefsten Stelle hat er 77 Meter. Die Temperatur in diesen Tiefen bewegt sich meist um 2-6°C. Die großen Seen haben einen hohen Sauerstoffgehalt.

Nahrung

Die Felchen essen in der Regel Mückenlarven und deren Puppen und wenn es wärmer wird, stellen sie auf Plankton um. In den Frühjahrs/Sommermonaten kommt es vor, dass die Felchen an der Wasseroberfläche Flugnahrung zu sich nehmen. Die wichtigste Nahrung der Felchen sind Zuckmücken. Jeder Felchenfischer der einen Blick für die Natur und ihrer natürlichen Vorgänge hat, kennt das Bild. Die Mücken tanzen über den See und schwimmen nach ihrer Hochzeit erschöpft und sterbend auf dem Wasser. Der Stellenwert dieser Insekten als Fischnährtiere ist sehr hoch. Durch ihre Vielfalt und Menge sind sie aus dem Nahrungsangebot der Felchen und der Fische im Allgemeinen nicht wegzudenken. In den planktonarmen Jahreszeiten, sind sie die Hauptnahrung der Felchen.

Für die Profis: Wie man sie angelt

Das Angeln in Schweden lohnt sich richtig, denn große Exemplare kann man häufiger fangen. Wenn es wärmer wird, ziehen die Felchen zur Nahrungsaufnahme in die flacheren Uferzonen. Der erfahrene Felchenfischer sucht speziell solche Stellen oder kennt die Zeiten wenn die Nymphen am häufigsten steigen. Eigentlich sollte man auf Renken lieber mit der Hegene und kleinen Nymphen angeln, aber in Schweden werden die Fische so groß das sie auch zu echten Fischräubern werden. Kapitale Exemplare kann man auch mit verschiedenen Kunstködern fangen.

Das hier ist auch lecker:

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Die Kükenbande

Nachwuchs!

Die Katzen kommen die nächsten Wochen nicht mehr in die Küche. Besetzt! Aus diesen „Piepslingen“ werden einmal Mutterglucken und Hähnchen für die Pfanne. Nicht drüber nachdenken. Im Moment sind sie noch etwas fürs Herz:-).

Es handelt sich hier übrigens um die Rasse „Deutsches Lachshuhn“, was nicht heißt, dass sie später nach Fisch schmecken. Nein, sie sollen ökologisch gehalten und gefüttert werden. Hoffen wir mal, dass weder Fuchs, Luchs noch Greifvogel sich trauen, die großen, ausgewachsenen Tiere zu verspeisen.

Der Plan ist, die Tiere frei auf dem Hof zu halten und nur über Nacht im Stall schlafen zu lassen. Weiß jemand von unseren Lesern, ob es ratsam ist, in Värmland den Hühnern ohne Zaunschutz tagsüber ihre Freiheit zu lassen?

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Genau hinschauen! Ist das ein Versprechen? Wer unser Ferienhaus mietet, hat die Chance, dieses schicke Boot dazu zu mieten: mit 25 PS hat das Boot richtig Power auf dem Skagern und zum Angeln kann man noch drei Personen mitnehmen.

Boot für vier Personen mit 25-PS-MotorBoot für vier Personen mit 25-PS-Motor

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Kaum war ich am 9. Februar 2012 in Hakannäs angekommen, um meinem Schatz die Winterzeit zu versüßen, begann Schweden, sich von der schönsten Winterseite zu zeigen. Erst schneite es und dann schien die Sonne, als wollte sie den Frühling herbeilocken. Das reinste Bilderbuchwetter! Endlich konnte ich meine Kamera mal wieder benutzen!

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„Igittigitt!“ „Waaaas?“ „Geht denn das?“

Eine Kompost-Toilette ist eine Toilette ohne Wasserspülung. Aha. Skepsis – wem man es auch erzählt. So ein Plumpsklo, wie in Herzhausen? Das muss doch stinken, müffeln oder ungesund sein. Aber mindestens unnormal! Ok, Letzteres mag sein, aber ansonsten will ich hier vehement widersprechen. Eine Kompost-Toilette ist weder ungesund, noch dreckiger als andere Toiletten auch. Es kommt immer auf den Benutzer an.

Die Komposttoilette im Bad des Ferienhäuschens

Unser Thron ist selbst gebaut. Es lässt sich prima auf ihm sitzen.

Ich gebe zu, es ist ungewohnt, so ein Ding direkt im Badezimmer stehen zu haben. Das ist es auch für mich. Kein Hebel, kein Drücker, der meinen Dung einfach fortspült und mich vergessen lässt, dass es ihn je gegeben hat. Ich muss mich noch ein wenig länger „damit“ beschäftigen. Erst decke ich den Mist mit einer guten Portion Rindenschrot ab, damit die Feuchtigkeit  und damit der Geruch ebenfalls gebunden wird. Dann, nach ein paar Tagen, wird es Zeit, die gesammelten Geschäfte auf den Kompost zu bringen, denn das ist Sinn der Sache: Die Wiederverwendung im übernächsten Jahr auf unserem Acker. Nach entsprechender Reifung verwenden wir diesen Kompost als Gartendünger. Für Bäume, Sträucher und Blumen eignet er sich ausgezeichnet.

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