Nur zehn Kilometer von unserem Hof enfernt, befindet sich die alte Kirche von Södra Råda. Sie wurde 1310 gebaut und zählte zu den ältesten bewahrten mittelalterlichen Holzkirchen Schwedens! Aufgrund der mittelalterlichen Malereien, die das gesamte Kircheninnere bedeckten, galt die Kirche als ein einzigartiges Kulturdenkmal Schwedens und es war geplant, sie als Weltkulturerbe vorzuschlagen. Die Kirche wurde aus liegenden, mit dem Beil bearbeiteten Planken gebaut. Die Außenwände waren mit geteerten Holzspänen verkleidet. 1323 wurde der Chor mit Malereien in hochgotischem Stil geschmückt. 1494 wurde das Langhaus durch Meister Amund mit Wandmalereien versehen. Die Malereien waren nie restauriert worden, es waren alles Originale.
Die Kirche fiel im November 2001 einer Brandstiftung zum Opfer. Im folgenden Jahr startete das schwedische Zentralamt für Denkmalpflege ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das durch archäologische Ausgrabungen, historische und kulturgeographische Analysen sowie kunsthistorische und bautechnische Studien die Kirche und deren Umgebung im sozialen Kontext des Mittelalters untersucht. Im Rahmen des Projekts wird die Kirche auch rekonstruiert. Die Malereien sind gut dokumentiert.
Hier eine Reportage über die Kirche in Södra Råda aus dem Jahr 1996, als die Kirche noch im Original auf dem Platz stand. Rune Antonsson interviewte Ruth Karlsson:
In der Sommersaison zwischen Ende Mai und Ende August werden auf dem Kirchplatz Führungen angeboten. Eine historische Führung dauert etwa 45 Minuten und kostet pro Erwachsenen 50 Kronen. Kinder unter 15 Jahren müssen nichts bezahlen. Gruppenführungen für 900 Kronen können auch vorgebucht werden (maximal 25 Personen).
Auf dem Gelände kann man auch picknicken oder – wenn man vorbestellt hat – sich mit Kaffee bedienen lassen. Vorbestellungen werden unter info@sodrarada.se oder per Telefon 0551-231 33 angenommen.
Der Kirchplatz liegt nur zehn Kilometer von Håkannäs entfernt:
Ein alter Indianer sagte eines Tages zu seinem Enkel: „In jedem von uns bekriegen sich zwei alte Wölfe. Der eine ist Angst und Hass, der andere Liebe und Frieden.“ „Welche gewinnt?“ fragte der Enkel. Der alte Indianer antwortete: „Der, den wir füttern!“
Wer in der letzten Zeit bei Ikea war, hat ihn vielleicht gesehen oder gar gekauft: den „Skagern“. Das Möbelhaus hat es nämlich für wert befunden, einen Duschvorhang nach unserem See zu benennen! Aber in Wirklichkeit ist der Skagern natürlich etwas sehr Besonderes.
Einst handelte es sich bei dem Skagern um eine Bucht des Vänern. Heute liegt er im Hinblick auf seine Größe an der 18. oder 19. Stelle der schwedischen Seen (da sind die schriftlichen Quellen, die ich gefunden habe, nicht ganz eindeutig). Der Skagern besticht vor allem durch seine Wasserqualität und ist einer der klarsten Seen in ganz Schweden.
Die Gegend
Zu den wichtigsten Charakterzügen des Skagern gehören die alten Dorfwege, die sich um den See erstrecken. Dank ihrer guten Beschaffenheit eignen sie sich sehr gut für Wanderungen, Reitausflüge und Radtouren. An vielen kleine Sandstränden kan man vorzüglich baden und entspannen, nachdem man ein oder mehrere der zahlreichen alten Gutshöfe und Kirchen, die bis heute an das 17. und 18. Jahrhundert erinnern, angesehen hat. Die Ufer sind meist hügelig und bewaldet.
„Strawberry Valley“
Durch die feine und ebenso außergewöhnlich sandige Erde, eignet sich die Region um den Skagern vor allem für das Anpflanzen von Erdbeerpflanzen. In den letzten Jahren hat sich die Erdbeere von einem Wahrzeichen der Region zu einem Symbol für den Skagern entwickelt.
Fischfang
Für Angler ist der Skagern das Paradies. Der Fischreichtum ist groß und alle Fischfangarten sind erlaubt (Netzfang ist allerdings den Grundbesitzern rund um den Skagern vorbehalten). Der Fischbestand besteht unter anderem auch aus dem berühmten „Gullspang-Lachs“ und der Gullspang-Forelle. Diese beiden Fischarten wanderten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vom Vänern durch den Skagern in den Letälven. Fänger über 10 Kilo können schon vorkommen (die Mindestlänge muss 60 cm sein). Heutzutage werden diese Arten gezüchtet und durch die „Skagerns Fishery Conservation Association“ in den See gesetzt. Trotzdem ist der See nicht einfach zu befischen, weil alle Raubfische, auch die Zander, mit den großen Maränenschwärmen schwimmen und heute hier und morgen da sind.
Schleppangeln (Trolling) auf Lachs ist im Frühjahr und Herbst angebracht. Hecht und Barsch werden das ganze Jahr gefangen. Von Mai bis November wird Zander, Quappe im Winter und Aal im Spätsommer gefangen. Man findet mehr als 20 verschiedene Fischarten, darunter auch Forellen, Felchen (Sik) und Stinte.
Vom 1. Mai bis zum 30. September gibt es auf dem Skagern Angelwettbewerbe. Fangen Sie den größten Fisch mit Rute und Winde in den Klassen Hecht, Lachs, Forelle und Zander. Sie können Ihren Fang bei Otternbergets Camping, Gullspångs Pensionat oder Åtorps Cykel och Järn wiegen lassen.
Im Winter ist der Skagern oft zugefroren und die Angler steigen auf das Eisfischen um. Das heißt im Schwedischen „pimpeln“ :-).
In der Sommerzeit weht meist ein südwestlicher Wind, der sich oft gegen 13 Uhr auffrischt und gegen 17 Uhr wieder abflaut. Durch die Größe des Skagern kann es recht gefährlich werden, wenn die Windstärke stark zunimmt. Wenn die Wellen toben, gewinnt man den Eindruck, als stände man am Meer und nicht an einem See. Also: Dann nichts wie an Land!
Ein paar Zahlen:
Zuflüsse: Svartälven und Letälven
Abfluss: Gullspångsälven (fließt in den Vänern)
Höhe über Meeresspiegel: 68,2 Meter
Fläche: 132,15 Quadratkilometer
Länge: 21 Kilometer
Volumen: 3,322 Kubikkilometer
Maximale Tiefe: 77 Meter
Mittlere Tiefe: 26,8 Meter
Einzugsgebiet: 5.030 Quadratkilometer
„Tidenhub“
Die „Tide“ bestimmt ein Kraftwerk: 1916 erhielt das Elektrizitätsunternehmen „Gullspång-Munkfors“ von König Gustav V. gegen Proteste der Anwohner die Genehmigung, die Seehöhe zur Elektrizitätsgewinnung um etwa 1,6 Meter anzuheben. Die Wassermasse erhöhte sich so um etwa 200 Millionen Kubikmeter. Ist das Wasser aufgestaut, ist unser Strand recht schmal. Wird das Wasser aber abgelassen, so sind wir die stolzen Besitzer eines schönen Sandstrandes!
Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Ich biete leckeren geräucherten Sik/ leckere geräucherte Felche aus Schweden aus dem See Skagern für 2 Euro/ 100 Gramm. Es werden immer ganze Fische vakuumverpackt. Abgabe ab dem 27. März 2012. Nur bei Vorbestellung!
Die Schweden nennen ihn „Sik“ und er schmeckt einfach wunderbar. Deswegen kläre ich auf: „Sik“ heißt in Deutschland Felchen, Renken, Gangfisch, Schnäpel, Marenke oder Maräne. Ganz schlaue nennen ihn beim lateinischen Namen „Coregonus“. Die Art gehört zu den Süßwasserfischen. Der Sik ist verwandt mit den Forellen, den Salmoniden, was man an der Fettflosse auf ihrem Rücken gut erkennen kann. Übersetzt: Sie gehören zur Lachsfamilie. Aha!
Frisch gefangener Sik
Wenn Markus die Felchen räuchert, dann freue ich mich stundenrund auf den Zeitpunkt, an dem er auf den Tisch kommt und wir ihn uns noch warm zu Gemüte führen. Lecker! Denn so steht es überall geschrieben: Felchen zeichnen sich durch ihr helles, festes, wohlschmeckendes Fleisch aus. Sie haben wenig Gräten. Felchen eignen sich gut zum Braten, Grillen oder Räuchern. Das Fleisch eines Felchen ist zart und geschmacksintensiv. Stimmt genau!
Vor dem Räuchern wird der Sik in Salzlake eingelegt, danach gewaschen und zum Abtropfen aufgehängt.
Ein leckeres Rezept:
Ist die Felche geräuchert, aber wieder erkaltet, legt man sie am besten kurz in die Mikrowelle. Dann kommt der feine Rauchgeschmack wieder hervor und man kann meinen, die Dinger kommen eben aus dem Räucherofen. Dazu gibt es ofenfrisches Baguette, Preiselbeersahne oder Meerrettichsahne. Als Getränk trockenen Weißwein oder ein gepflegtes Bier. Mhmmm!
Fertig geräucherter Sik
Und so löst man am besten die Gräten vor dem Verzehr:
Verkauf
Wer Appetit bekommen hat, kann Felchen bei uns bestellen. Entweder verkaufen wir ihn direkt ab Hof oder wir schweißen die frisch geräucherten Fische in Folie ein. Ich bringe sie dann nach Deutschland mit, wenn ich sowieso wieder zurückkomme (um zu arbeiten).
Der Preis: 2,20 Euro/100 Gramm plus gegebenenfalls Porto.
Vorkommen
Felchen kommen in ganz Mittel– und Nordeuropa vor, bis hinauf nach Sibirien und zur Arktischen Küste. Ebenso findet man sie im gesamten Norden von Nordamerika. In Deutschland findet man sie im Bodensee, einigen Voralpenseen, aber auch in norddeutschen Seen wie dem Ratzeburger See, dem Schaalsee und dem Schweriner See. Aber das Wichtigste ist: Vor allem bei uns im See Skagern. Und wie!
Felchen bevorzugen kühle, saubere, sauerstoffreiche, tiefe Gewässer mit guter Wasserqualität. Das spricht für den Skagern.:-)
Aussehen
Es gibt zahlreiche, oft nur lokal vorkommende Felchenarten, die selbst Fachleute nur schwer unterscheiden können. Sie haben einen schlanken, silberglänzenden Körper. Zwischen Rücken- und Schwanzflosse haben Felchen eine strahlenlose tief eingeschnittene Fettflosse. Je nach Art werde sie bis zu 70 cm lang. Bei uns sind sie im Mittel ca. 35 cm lang. Sie können ein Gewicht von bis zu 10 kg erreichen – ähm, das habe ich hier allerdings noch nie gesehen! Bei uns wiegen sie etwa 500 Gramm pro Fisch, würde ich schätzen.
Lebensraum
Die Felchen waren einst nordische Fische. Sie sind mit der großen Schmelze Ende der letzten Eiszeit vom Norden her bis zu den Alpen gelangt. Gegen Süden stellten sich ihnen die Alpen als unüberwindliches Hindernis entgegen. Beim Zurückgehen des Eises blieben große Seenbecken übrig. Diese mit Süsswasser gefüllten Seenbecken bildeten den ursprünglichen Lebensraum der Felchen. Die Tiefe ist meist 30 Meter und mehr. Der Skagern hat eine mittlere Tiefe von 26,8 Meter, an der tiefsten Stelle hat er 77 Meter. Die Temperatur in diesen Tiefen bewegt sich meist um 2-6°C. Die großen Seen haben einen hohen Sauerstoffgehalt.
Nahrung
Die Felchen essen in der Regel Mückenlarven und deren Puppen und wenn es wärmer wird, stellen sie auf Plankton um. In den Frühjahrs/Sommermonaten kommt es vor, dass die Felchen an der Wasseroberfläche Flugnahrung zu sich nehmen. Die wichtigste Nahrung der Felchen sind Zuckmücken. Jeder Felchenfischer der einen Blick für die Natur und ihrer natürlichen Vorgänge hat, kennt das Bild. Die Mücken tanzen über den See und schwimmen nach ihrer Hochzeit erschöpft und sterbend auf dem Wasser. Der Stellenwert dieser Insekten als Fischnährtiere ist sehr hoch. Durch ihre Vielfalt und Menge sind sie aus dem Nahrungsangebot der Felchen und der Fische im Allgemeinen nicht wegzudenken. In den planktonarmen Jahreszeiten, sind sie die Hauptnahrung der Felchen.
Für die Profis: Wie man sie angelt
Das Angeln in Schweden lohnt sich richtig, denn große Exemplare kann man häufiger fangen. Wenn es wärmer wird, ziehen die Felchen zur Nahrungsaufnahme in die flacheren Uferzonen. Der erfahrene Felchenfischer sucht speziell solche Stellen oder kennt die Zeiten wenn die Nymphen am häufigsten steigen. Eigentlich sollte man auf Renken lieber mit der Hegene und kleinen Nymphen angeln, aber in Schweden werden die Fische so groß das sie auch zu echten Fischräubern werden. Kapitale Exemplare kann man auch mit verschiedenen Kunstködern fangen.
Die Katzen kommen die nächsten Wochen nicht mehr in die Küche. Besetzt! Aus diesen „Piepslingen“ werden einmal Mutterglucken und Hähnchen für die Pfanne. Nicht drüber nachdenken. Im Moment sind sie noch etwas fürs Herz:-).
Es handelt sich hier übrigens um die Rasse „Deutsches Lachshuhn“, was nicht heißt, dass sie später nach Fisch schmecken. Nein, sie sollen ökologisch gehalten und gefüttert werden. Hoffen wir mal, dass weder Fuchs, Luchs noch Greifvogel sich trauen, die großen, ausgewachsenen Tiere zu verspeisen.
Der Plan ist, die Tiere frei auf dem Hof zu halten und nur über Nacht im Stall schlafen zu lassen. Weiß jemand von unseren Lesern, ob es ratsam ist, in Värmland den Hühnern ohne Zaunschutz tagsüber ihre Freiheit zu lassen?
Genau hinschauen! Ist das ein Versprechen? Wer unser Ferienhaus mietet, hat die Chance, dieses schicke Boot dazu zu mieten: mit 25 PS hat das Boot richtig Power auf dem Skagern und zum Angeln kann man noch drei Personen mitnehmen.
Kaum war ich am 9. Februar 2012 in Hakannäs angekommen, um meinem Schatz die Winterzeit zu versüßen, begann Schweden, sich von der schönsten Winterseite zu zeigen. Erst schneite es und dann schien die Sonne, als wollte sie den Frühling herbeilocken. Das reinste Bilderbuchwetter! Endlich konnte ich meine Kamera mal wieder benutzen!